|
Copyright © 2006, Vinetto - Lemgo, Alle Rechte vorbehalten. |
|
|
| Ausländische Erzeuger |
Italienische Erzeuger
Tenuta Ulisse, Abbruzzen In dem kleinen Abruzzenörtchen Crecchio geschieht eine kleine Revolution in der italienischen Weinerzeugung: Man versucht dort mit Erfolg, weine von intensiver Frucht zu erzeugen, aber nicht aus der Trickkiste (wie künstliche Mostkonzentration, Zusatz von Aromastoffen usw.), sondern durch ein intelligentes und natürliches Verarbeitungsmanagement. Die Trauben werden unmittelbar nach der Lese mithilfe von Trockeneis heruntergekühlt, um nicht in der Abendhitze ihre Aromen zu verdunsten. Die Verarbeitung geschieht mit modernstem Eqipment und der Kontakt von Most und Maische mit Luftsauerstoff wird tunlichst vermieden. Das geschieht aber nicht einfach durch Luftabschluß oder Stickstoffbegasung, sondern man leitet das teure Edelgas Argon durch sämtliche Pumpleitungen und Behälter. Das Ergebnis ist simpel, aber von großer Wirkung: Argon wirkt extrem antibakteriell - Fäulniston, Essigstich und Brettanomyces sind Vergangenheit. Hier wirkt wirklich nur die (gewünschte) Hefe mit bei der Gärung. Damit die nicht selbst unter Sauerstoffentzug leidet, braucht es eine gute Hefeernährung im Wein. Diese bekommt man wiederum hin, weil Pflanzen und Böden sehr naturnah gepflegt werden: Man liegt mit Spritzungen und anderen Eingriffen sogar unterhalb der Schwellen, die die Verbände für die Erzeugung von Biowein vorschreiben. Das Ergebnis: Weine mit intensiver Frucht, guter Struktur und viel Trinkspaß auf hohem Niveau! Ein Top-Act Italiens!
 Anlieferung und Prüfung der reifen Pecorino-Trauben des Jahrgangs 2008 bei der Tenuta Ulisse.
| |
Hier verschwinden die Trauben gerade zum Einmaischen im stickstoffgekühlten Enocrio-Kühltunnel und werden durch den flüssigen Stickstoff innerhalb von 3 Minuten von 15 Grad Celsius auf -5 Grad heruntergekühlt. Dadurch wird einerseits verhindert, dass die Fruchtaromen sich in der noch heißen italienischen Luft verflüchtigen, und andererseits werden durch das Gefrieren die Zellwände aufgebrochen und man erzielt eine schnelle Extraktion von Geschmacksstoffen. Der Rest der Vergärung geschieht ohne Sauerstoffkontakt unter Beflutung mit dem Edelgas Argon, sodass keinerlei oxidative oder bakterielle Weinschädigung eintreten kann.
Fattoria Uccelliera In den Hügeln südlich von Pisa, den Colline Pisane, weitab von der berühmten Chianti Classico Region, residiert das Weingut Fattoria Uccelliera unter der Leitung von Tiziana Sani-Bulleri in einem komplett von der Außenwelt abgeschnittenen "Urwald", einem Parco Fauno-Forestale-Ambientale. Dort stehen auf exponierten Hängen an den vielen kleinen Hügeln in diesem Park viele Reben im Ertrag. Dabei setzt man auf Altes und Neues zugleich. Dominierende Rebsorten sind die "Ur-Toskaner" Sangiovese und Canaiolo. Aber auch Syrah und Cabernet Sauvignon sowie bei den Weißen Pinot bianco, Semillon und Sauvignon wurden angepflanzt. Man arbeitet hier mit Dichtpflanzungen, weil die Reben sich gegenseitig mehr Konkurrenz machen, tiefer wurzeln und dadurch mehr Extrakt und Mineralität bringen. Zugleich kann den Ertrag des einzelnen Rebstocks reduzieren und die entlasteten Reben bleiben gesünder. Deshalb wird hier auch naturnah humusbildend gedüngt und unter weitgehendem Verzicht von synthetischen Schutzmitteln gearbeitet. Die Weine weisen nicht die ganz große Finesse der besten Classico-Weine auf, aber können bei viel günstigeren Preisen gut mit den mittleren Chiantis mithalten. Das rote Flagschiff, der "Castellaccio" hat sogar bei diversen Verkostungen viele bekannte "Super-Tuscans" hinter sich gelassen und ist auch in internationalen Bewertungen (Decanter/ Wine Spectator etc.) Top!
|
Blühende Frühlingslandschaft nahe Uccelliera
Manincor Der Name ist Programm: Frei übersetzt "Das Herz in die Hand (nehmen)". Das hat man hier getan! Um keine Wunden in die Landschaft zu reissen wurde der Kellerneubau einfach unterirdisch verwirklicht. Um den Wein im Keller nicht durch Pumpvorgänge und andere technische Eingriffe zu stressen, wurde der Keller in mehreren, offenen Etagen angelegt, sodass Most und Maische durch allein durch die Schwerkraft bewegt werden. Hier werden also keine Aromenmoleküle zerrissen und auch keine Kerne unnötig zerquetscht. Im Weinberg setzt sich dieses Streben nach Natürlichkeit und Einklang mit der Natur fort: Biodynamische Wirtschaftsweise, d.h. Verzicht auf Kunstdünger, humusbildende Bodenpflege, keine chemisch-synthetischen Spritzmittel und vieles mehr. Für diese Weine gilt: "Vergärung, Ausbau und Verarbeitung geschehen mit einem Minmum an Eingriffen." Man schmeckt es Ihnen an! Sie dürfen hier keine gestylten Weine erwarten, die vordergründige Aha-Effekte erheischen, wohl aber Weine, die mit ihrer zurückhaltenden Eleganz gefallen, die befriedigen, ohne satt zu machen, die reintönig und sauber duften, die modern und traditionsbewahrend zugleich sind. Trotz des italienischen Ursprungs der Trauben, meint man, es hier mit französischem Wein zu tun zu haben. Die Stilistik ist eindeutig an französischen Vorbildern orientiert.  | Tenuta Manincor, rechts die Einfahrt zum unterirdischen Kellereigebäude
Weingut Peter Sölva und Söhne Die Familie Sölva blickt auf mehrere Jahrhunderte Weintradition zurück und hat mit diesem Schatz an Erfahrung einen Vorsprung in Hinblick auf die Moderne. Ein besonderer Schatz sind darüber hinaus z.T. sehr alte Weinbergspflanzungen, z.B. von der autochthonen Südtiroler Sorte Lagrein, die in den famosen "Amistar" mit eingegangen ist. Diese Vorteile hat man mutig verbunden mit innovativen Ansätzen, z.B. der Pflanzung von - für Südtirol seinerzeit - neuen Rebsorten wie Merlot, Petit Verdot oder Sauvignon blanc und mit neuen Reberziehungformen. So hat man erfolgreiche Versuche angestellt mit Drahtrahmen (Guyot-)erziehung anstelle der verbreiteten Pergolaerziehung. Der "Amistar" ist der Lohn für diese Anstrengungen: Ein Rotwein der einfach wunderbar schmeckt und viel, viel Spaß macht, weil er sinnlich und animierend den ganzen Menschen packt und weil er Frau und Mann schmeckt! | Die Weinbergslage Leifers vor dramatischer Kulisse, hier bestockt mit Cabernet Franc |
Petra In der toskanischen Maremma, der Boomzone des Gebietes, hat eine Investorengruppe ein innovatives und ehrgeiziges Projekt umgesetzt: Ein technisch hochstehendes, modernes Weingut ist entstanden, in dem die Natur Lehrmeisterin war und ist. Die architektonische Umsetzung hat man Mario Botta anvertraut, der schon solch illustre Werke wie das San Francisco Museum of Modern Art, die Synagoge von Tel Aviv und auch die Restauration der durch ein Feuer zerstörten Mailänder Skala zu seinen Taten zählen darf. Entstanden ist ein geniales Gebäude, das aus der Luft betrachtet an den Querschnitt durch eine Knospe an einer Weinrebe erinnert. Natürlich ist das Gebäude nicht nur schön, sondern durchdacht hochfunktional. Die studierten Oenolgen Francesca Moretti und Ettore Maggi und ihr Team garantieren KnowHow und Kompetenz. So sind die Weine von Petra auf Anhieb zu den gekonntesten Italiens zu zählen, zumindest was die technische Perfektion betrifft. Man vertritt hier den Stil der neuen Welt, den das Klima der Maremma allemal hergibt: Die Weine sind weich, voll, aromatisch, fruchtbetont und immer überzeugend. Den klassischen Chianti sucht man hier aber vergebens - der Sangiovese spielt in diesem Klima und daher auch in den Rebanlagen von Petra eine untergeordnete Rolle, da er hier eher weich und rund ausfällt und seine interessantesten Eigenschaften somit verbirgt. In dieser klimatisch bedingten Stilrichtung sind ihm die Cepages Nobles Cabernet, Merlot, Syrah und Petit Verdot überlegen, und so setzt man hier konsequenterweise auch stark auf diese Sorten. Einziger Punkt, an dem Kritik geübt werden könnte: Braucht Italien Weine, die wie Kalifornier oder Australier schmecken? Antwort: Ja, denn erstens bleiben die Petra-Weine doch irgendwie Toskaner! Sie haben das gewisse Quäntchen Biss im Abgang, das schon den Zingari köstlich abrundet. Und zweitens haben wir als Händler ein behaglicheres Gefühl in Hinblick auf den Klimawandel, wenn der Wein nur über die Alpen und nicht um die halbe Welt transportiert werden muss!
| Das moderne Kellereigebäude von Petra, das an die Form einer quer aufgeschnittenen Rebknospe erinnert. |
Il Poggione Einer der bekannten und anerkannten Erzeuger von Brunello. Die Weine fallen immer klassisch aus, man experimentiert nicht unnötig, sondern konzentriert sich hier mit Erfolg auf das, was traditionell hier gelingt: Große, finessereiche Rotweine, so, wie man es von einem guten Brunello erwartet. Die Höchstnote für den einfachen Brunello des Jahrgangs 2001 im Weinführer der italienischen Sommellierunion "Duemilla Vini" spricht für sich.
Ca' di Frara Das Vorzeigeweingut des Oltrepo Pavese produziert Jahr für Jahr überragende Qualitäten. Man bemüht sich hier besonders um die regionale Leitsorte Bonarda (auch Croatina genannt), die im Gebiet oft als süffiger Frizzante-Rotwein, trocken oder auch lieblich, ins Glas kommt. Hier wird daraus aber durch konsequente weinbergsarbeit ein köstlicher, eigenständiger Rotwein erzeugt, der einerseits unverkennbar italienisch schmeckt, andererseits aber eben doch spannend und überraschend anders. Alle Weine sind auf höchstem Niveau vinifiziert und wirklich schlechte Jahre findet man hier kaum, was für gründliche Selektionsarbeit spricht!
Calatrasi Die moderne Kellerei in San Cipirello auf Sizilien ist sicher einer der Vorzeigebetriebe Italiens, jedenfalls unter den Betrieben dieser Größenordnung. Man arbeitet auf internationalem Niveau, nichts hausbackenes, sondern moderne Weine mit Persönlichkeit werden hier produziert. es gibt verschiedene Produktlinien für den LEH und für den Fachhandel und auch unterschiedliche Länderfüllungen. Die Linien für den deutschen Fachhandel können sich sehen lassen! Insbesondere die "Terre di Ginestra" - Weine vermögen auch den deutschen Weintrinker zu begeistern, weil sie allesamt über eine klare, schön herausgearbeitete Frucht und einen virtuosen Einsatz des Barriques verfügen. Aber selbst die kleineren Weine aus der Maranfusa bzw La Piazza-Reihe sind einfach köstlich zu trinken und stets zuverlässig. Die La Piazza-Weine gedeihen in Apulien, werden aber in San Cipirello vinifiziert.
Villa Lanata Die Weingüter Villa Lanata und das assoziierte Gut Lo Zoccolaio zählen zu den besten des Piemont und sogar ganz Italiens. Regelmäßig erzielt die Barbera "Suculé" sehr gute Bewertungen (z.B. bei Maroni) bis hin zur Bezeichnung als "Zweitbester Barbera seines Jahrgangs"(2003er). Für den Barolo gilt das gleiche, womit außer Frage steht, dass er unter den vielen Barolo-Vertretern sicher einer mit einem Top Preis-Leistungs-Verhältnis ist! Als Spezialität haben wir uns auch für einen Chardonnay entschieden, weil die Traube hier im Piemont nicht solch fette, alkoholschwere, sondern filigranere, nuancenreiche Weine hervorbringt. Weiß man diese Mineralität im Chardonnay zu schätzen, dann hat man hier ein echtes Schnäppchen gemacht, das manchem Chablis locker den Schneid abkauft.
Fatasciá In Sizilien entstehen seit geraumer Zeit besonders interessante Projekte. Das junge Team von Fatasciá um die Oenolgin Stefania Lena schaffte in kurzer Zeit Atemberaubendes: Mit der Kailá-Linie hat man Weine mit viel Persönlichkeit und schönen Reifenoten, rot wie weiß, die eine sanfte, aber starke Persönlichkeit haben und sich besonders im Winter den Sinnen erschließen. Sämtliche Weine sind mehrfach prämiert, praktisch von allen italienischen Weinführern und z.T. mit Höchstnoten. Wen wundert's, wenn die junge Winzerin bei Riccardo Cottarella und Giachomo Tachis gelernt hat!
Villa Sandi Villa Sandi darf man schon fast als legendär bezeichnen: Schon die historische Villa aus dem 17. Jahrhundert (aus der Schule Palladios) deutet an, dass hier das Besondere gepflegt wird. Das eigentlich erstaunliche ist aber, dass man hier verstanden hat, aus der Eignung des Gebietes für die Prosecco-Traube mehr herauszuholen. Dieser venetianische Flecken erlaubt auch die Erzeugung toller Merlots, Pinot Grigios usw. und das gelingt Villa Sandi u.a. durch die oenologische Betreuung Riccardo Cotarellas sehr gut.
Französische Erzeuger
Abbe Rous In Banyuls, nahe der spanischen Grenze an den Ausläufern der Pyrenäen, wachsen einige der bemerkenswertesten Weine des ganzen Mittelmeerraumes. Diese Weine fallen aus einer gewissen Unformität der mediterranen Weinwelt heraus, weil hier wesentliche Elemente zusammenkommen: Ein ganz besonderer Boden: Schiefer! Dann eine hervorragende Durchlüftung der Weinberge bei besten klimatischen Bedingungen (Nachtkühle!) und schließlich alte, tief eingewurzelte Reben, vor allem der Sorte Grenache, die hier ideale Bedingungen vorfindet und sensationelle Qualitäten hervorbringt, die übrigens alle von Hand gelesen werden. Da die Erträge auf diesen Böden nur bei 25-40 Hektoliter/ha liegen, erzielt man ungeheuer intensive und gut strukturierte Weine, wie man sie in dieser Art sonst kaum irgendwo findet.
Das Rosée-Flagschiff von Abbe Rous: Der auf Schiefer gewachsene, dicht strukturierte "Cornet & Cie".
|  |
Jean Claude Mas Man kann wohl davon ausgehen, dass die Domaine Paul Mas vielen deutschen Weintrinkern ein Begriff ist, da einige der Weine bei Jaques jahrelang vertrieben wurden. Nun firmiert ein Sprössling der Familie als Chef und die Weine haben promt den Weg in den gehobeneren Fachhandel gefunden. Und man hat durchaus so einiges im Repertoire: Von ernsthaften Bioweinen bis hin zum trinkigen Mainstream ist alles dabei und wir finden, dass dem Weingut beides gut gelingt.
Domaine de Mourchon Walter MacKinley erwarb vor einigen Jahren in der Nähe des schönen alten Örtchens Séguret vorhandene Rebflächen, baute ein modernes Kellergebäude, welches nach dem Schwerkraftprizip konzipiert war und holte sich einen Top-Weinmacher. Spätestens mit dem Jahrgang 2007 darf man ihn wohl zur Spitze im Gebiet zählen. Weine von klassischer Schönheit und ohne jede moderne Anbiederung bereiten dem wahren Kenner viel Freude. Sie sind trotz ihrer Kraft sehr verträglich und wirken ungemein natürlich, auch ohne das Etikett bio. Gleichwohl wird hier biologischer Weinbau betrieben, nur natürlich gedüngt und das trockene Klima lässt sehr geringe Spritzungen zu.
|
|
|